Comparting 2015

Das Forum für Multi-Channel Document Management

15. - 16. Oktober 2015 | Kongresshalle Böblingen

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Comparting läutete neues Zeitalter in der Dokumenten­verarbeitung ein

Fachkongress für Multi-Channel Document Management so international wie noch nie: Besucher aus 14 Ländern mit 37 Nationalitäten.

 

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Böblingen, Oktober 2015 – Die Dokumentenverarbeitung wird zur Drehscheibe in der Kundenkommunikation – so das Fazit des diesjährigen Comparting in der Kongresshalle Böblingen. Das zweitägige internationale Forum setzte in seiner elften Auflage wieder deutliche Akzente. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Unternehmen für die rasant zunehmende Digitalisierung in der Kundenkommunikation wappnen können. Entscheidend ist vor allem die Loslösung von A4 als Standard in der Dokumentenerstellung, wie Harald Grumser, Gründer und Vorstand von Compart, in seinem richtungsweisenden Vortrag erläuterte. Das Seitenformat sei denkbar ungeeignet für die neue Welt der Kommunikation, denn ein am A4-Format orientiertes Dokument lasse sich auf Smartphone & Co. schlecht darstellen, geschweige denn verarbeiten, so der CEO weiter.
Vielmehr komme es im Dokumenten- und Output-Management darauf an, die Inhalte unabhängig vom Versandweg zu transferieren. Dazu müssten Erstellung und Versand aber entkoppelt werden und außerhalb der jeweiligen Fachanwendung stattfinden. Harald Grumser überraschte in diesem Zusammenhang das Auditorium damit, dass selbst aktuelle Trends wie HTML5 nur eine Etappe auf dem langen Weg zur mehrkanalfähigen Dokumentenverarbeitung sind.

Empfänger bestimmt den Kommunikationskanal

Um das Verhältnis von Inhalt und Form in der Kundenkommunikation ging es immer wieder auf dem Fachkongress, der mit Teilnehmern aus 37 Ländern so international wie noch nie war. Gleich zu Beginn ließ Dirk von Gehlen von der „Süddeutschen Zeitung“ aufhorchen: Für den Autor, Journalisten und „Crowdfunding-Pionier“ in Deutschland („Eine neue Version ist verfügbar“) ist die Kommunikation des 21. Jahrhunderts mehr denn je von den Umständen, unter denen sie stattfindet, geprägt. Mit anderen Worten: Der Wert einer Information wird nicht ausschließlich vom Inhalt bestimmt, sondern von der Art und Weise, wie sie übermittelt wird. Bezogen auf das Dokumenten- und Output-Management bedeutet das: Nicht jeder Inhalt eignet sich für jeden Kommunikationskanal und umgekehrt. Vielmehr bestimmt der Empfänger den Versandweg, ob nun digital (E-Mail, Web, Social Media) oder klassisch in analoger Form (Brief, Fax etc.). Dabei kann sich das Kommunikationsverhalten von Kunden innerhalb kürzester Zeit ändern, weswegen Unternehmen offen für alle Kanäle sein und diese schnell in die bestehenden Output-Management-Strukturen einbinden müssen.

Physische und digitale Kommunikation wachsen zusammen

Die Mehrkanalfähigkeit spielte auch in den anderen Fachvorträgen immer wieder eine Rolle. So berichtete die Allianz Deutschland von einem ihrer größten IT-Projekte der letzten Jahre. Der Finanzdienstleister hat ein komplett neues Output-Management-System (OMS) etabliert, das nun kontinuierlich weiterentwickelt wird. Kernstück ist eine zentrale Datenplattform, über die der Versand für alle Kanäle gesteuert wird – Medien wie E-Post, De-Mail und Short Message Service (SMS) eingeschlossen. Als Marktführer der deutschen Versicherungsbranche habe man sich den Anforderungen einer neuen digitalisierten Welt zu stellen und müsse auch im Bereich Dokumentenverarbeitung ein Vorreiter sein, unterstrich Referent Ulrich Schäck.
Auch im Vortrag der Swiss Post Solutions (SPS), des weltweit größten Anbieters von Dienstleistungen für das Dokumentenmanagement, wurde deutlich, dass die Verbindung von physischer und digitaler Welt in der Kommunikation unvermeidlich ist. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Schweizer Post besitzt eine ausgewiesene Expertise in der Optimierung von Abläufen innerhalb des Dokumentenmanagements. Dies schließt die Übernahme der Postverarbeitung für Kunden ein, beispielsweise die Verteilung eingehender Geschäftskorrespondenz, die digitalisiert den Sachbearbeitern automatisch zugeführt und außerdem elektronisch archiviert wird. Referent Alexander Schäfer, seines Zeichens Prokurist (Senior Management) im Bereich Global Solution Design der SPS, erläuterte die Wachstumschancen, die sich durch neue Geschäftsfelder wie Cognitive Computing (Künstliche Intelligenz) und Robotics Process Automation (RPA) in der Dokumentenverarbeitung ergeben. Swiss Post Solutions, mit jährlich etwa 1,2 Milliarden Druckseiten einer der führenden Output-Dienstleister in Europa, kooperiert seit Jahren erfolgreich mit Compart. Eines der Schlüsselprojekte war die Entwicklung der Hybridmail-Plattform ePostSelect, einer Lösung für den physischen und digitalen Versand (E-Post, De-Mail, IncaMail etc.) von Dokumenten, die unter anderem bei der Deutschen Bahn zum Einsatz kommt.

Inhalt und Form gehen getrennte Wege

Die Trennung zwischen Inhalt und Form in der Dokumentenverarbeitung zog sich wie ein roter Faden durch die Agenda. Sie hat beispielsweise, wie Jeremias Märki in seinem Vortrag erläuterte, auch Auswirkungen auf die Lokalisierung von Content. Für manche mag das ein Randthema sein, doch in vielen Ländern geht es nicht ohne Mehrsprachigkeit. Laut Märki gibt es viele gute Gründe für lokalisierte Dokumente, nur gilt es dabei Punkte zu beachten, die über die reine Übersetzung hinausgehen. Die Entkopplung von Inhalt und dessen Darstellung sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt, so Jeremias Märki weiter.
Mehr noch als in den Vorjahren dominierten die verschiedenen Aspekte von Multi-Channel- Document Management die Agenda. IBM präsentierte ihre BluePostBox, eine Lösung für die mobile Dokumentenzustellung. Das Prinzip: Über ein virtuelles Postfach kann der Empfänger nach Belieben Dokumente jeder Art elektronisch abrufen, also auch über Smartphone etc. Diese digitale „Dokumentensammelstelle“ garantiert auf Grund ihres hohen Verschlüsselungsstandards eine hohe Vertraulichkeit und bietet auch dem Absender einen entsprechenden Komfort – kann er doch die IBM BluePostbox problemlos in mobile Apps (iOS/Android) und Kundenportale integrieren, so dass Dokumente bequem auch über mobile Endgeräte und per Web verschickt werden können. Vergleichbar ist die IBM-Lösung mit seit Jahren erfolgreichen elektronischen Postportale wie eBoks (Dänemark) und Metaposta (Spanien). Letzteres Projekt war übrigens 2012 Gegenstand des Comparting.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG wiederum berichtete von einer großangelegten Erneuerung innerhalb des Konzerns im Bereich Output-Management. Ein wesentliches Kernstück waren hier die Implementierung und Etablierung einer automatisierten Versanddienstleistung, die es schafft, Mitarbeiter mit dem kostenoptimierten Versand der im Konzern anfallenden Ausgangspost (hier: Lieferscheine, Gutschriften) vertraut zu machen, aber auch die Einrichtung einer konzernweiten international ausgerichteten Scandienstleistung für Rechnungen des gesamten ThyssenKrupp Konzerns.
Spannend wurde es erwartungsgemäß wieder in der Reihe „Aus dem Compart Labor“, in der Neuheiten aus der Applikations- und Basisentwicklung vorgestellt wurden. Die wichtigsten Highlights: neue Filter für Label- und Matrixdruck (ESC/P, Zebra, Datamax) sowie den hochvolumigen Transaktionsdruck (IPDS, VIPP), Features für die Qualitätssicherung als integraler Bestandteil aller Lösungen von Compart sowie für das Generieren von benutzerspezifischen Reports und die webbasierte Dokumentenansicht. Deutlich wurde, dass Webservices die Basis der Applikationsentwicklung bei Compart sind und man verstärkt in die Transformation hin zu transaktionalen Prozessen investiert.

„It’s all about content“

International war auch die Medienpräsenz. Journalisten aus Deutschland, Frankreich und Spanien informierten sich in einem Pressegespräch mit Vorstand und Regionalmanagern von Compart über die neuen Anforderungen einer modernen Kommunikation. Wichtige Trends seien, so Harald Grumser gleich zu Beginn des Roundtable, die zunehmende Koexistenz von Batch- und Transaktionsverarbeitung und die Entwicklung von maßgeschneiderten, flexiblen Multi-Channel-Document-Plattformen, die in der Lage sind, Kommunikationskanäle jeder Art nach Bedarf zu bedienen. Dabei gehe es vor allem darum, getreu dem Leitmotto des Comparting, Inhalt und Layout in der Dokumentenerstellung voneinander zu trennen. Schließlich seien es die Daten, auf die es ankomme und die für jeden Kontext, in dem Kommunikation heute stattfindet, sofort verfügbar sein müssen, forderte Harald Grumser weiter. Formatierung und Layout müssten erst unmittelbar vor der Ausgabe erfolgen, also zu einem viel späteren Zeitpunkt als heute allgemein üblich.
Der CEO machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass bei aller Digitalisierung im Output-Management der hochvolumige Produktionsdruck ein wichtiges Thema bleibt. Hier komme es vor allem auf eine höhere Effizienz bei gleichzeitig hundertprozentiger Qualitätssicherung an.  
Passend dazu gab es im Fachprogramm den Vortrag des polnischen Druckdienstleisters Inforsys. Das stark expandierende Unternehmen erneuerte kürzlich zusammen mit dem Technologiepartner Xerox seine Hard- und Softwarearchitektur, dessen Kernstück hochleistungsfähige Vollfarbdruckmaschinen der Impika-Reihe sowie die Lösung DocBridge Queue Processor sind. Letztere ist ein plattformunabhängiges System zur zentralen Steuerung von unterschiedlichen Verarbeitungsabläufen im Output-Management. Die von Compart entwickelte Software bündelt alle anfallenden Jobs, unabhängig davon, aus welchen Kanälen und Anwendungen diese kommen, und bereitet sie unter Berücksichtigung einer bestmöglichen Ressourcenauslastung für die Verarbeitung auf. Bei Inforsys wird DocBridge Queue Processor außerdem als IPDS-Spooler eingesetzt. Notwendig wurde die Modernisierung, um sowohl allgemeinen Marktentwicklungen im digitalen Vollfarbdruck wie Kostendruck, Inkjet-Technologie und Transpromo als auch spezifischen Kundenanforderungen wie White-Paper-Produktion gerecht zu werden. Mit der bisherigen Infrastruktur, so Witold Szczurek, CEO von Inforsys, sei man diesbezüglich an Grenzen gestoßen.
Der Produktionsdruck auf Inkjet-Basis sollte noch anderer Stelle des Comparting eine Rolle spielen. Arjen Goldschmidt von Canon Europe berichtete von seinen zahlreichen Projekterfahrungen bei der Einführung von Farbe, die einerseits viele Chancen, aber auch etliche Herausforderungen bietet, vor allem in der Datenaufbereitung. Im Grunde hat sie, so der Spezialist für Digital-, Offset- und Siebdruck sowie Farbmanagement, Auswirkungen auf das gesamte Geschäftsmodell eines Unternehmens.  Wichtig sei in diesem Zusammenhang, die Stärken, aber auch die Grenzen der Inkjet-Technologie genau zu kennen. Nur so lasse sich das Potenzial richtig ausschöpfen, sagte Arjen Goldschmidt in seinem Vortrag. Inkjet übertreffe andere Digitaldrucktechnologien an Produktivität und sei dabei auch noch kostengünstiger.

Comparting ist multikulti

Wie stets war es die Mischung aus strategischen Grundsatzvorträgen und praxisnahen Anwenderberichten, die die Besucher aus dem In- und Ausland in ihren Bann zog. Es ist die Vielfalt an unterschiedlichen Lösungsansätzen, die das Comparting seit Jahren auszeichnet und für Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Regionen und Strukturen attraktiv macht. Eine Neuauflage erfuhr dieses Jahr auch der gesonderte Track mit Themen speziell für Frankreich. Für die Bedeutung des Nachbarlandes als Markt mit großen Wachstumschancen sprach nicht zuletzt der im Vergleich zum Vorjahr noch größere Anteil französischer Gäste am Gesamtpublikum. Grund genug, dieses Jahr mit Aerow erstmals einen französischsprachigen Vortrag ins Hauptprogramm zu nehmen. Dank der Simultanübersetzung für Deutsch, Englisch und Französisch – eine Premiere seit der Gründung des Comparting vor elf Jahren – konnten die Besucher den Präsentationen noch besser folgen. Deutlich wurde: Auch wenn Deutsch noch dominiert als Kongresssprache – das Comparting ist internationaler geworden.
Das „babylonische Sprachgewirr“, das in der Böblinger Kongresshalle und auf der Abendveranstaltung zu vernehmen war, ist beredter Ausdruck dafür. Mehr noch als in den Vorjahren hatten die Teilnehmer ausreichend Gelegenheit für Gespräche und das Knüpfen von Kontakten.

Das Ende des Durchschnitts

Fest etabliert hat sich inzwischen auch der letzte Programmpunkt eines jeden Comparting- traditionsgemäß ein Vortrag, der auf den ersten Blick nur am Rande mit Dokumenten- und Output-Management zu tun hat, auf den zweiten Blick jedoch umso mehr. Dieses Jahr beschäftigte sich Michael Carl vom „2bAhead Think Tank“ mit künftigen Formen des Kundendialogs, der laut Carl vor allem von einer starken Individualisierung geprägt sein wird. Statt einer standardisierten Kommunikation, wie sie heute noch in vielen Unternehmen vorherrscht, werde es künftig eine Aufteilung in ein „Premium“- und ein „Economy“-Segment geben, so der Analyst weiter. Hier schloss sich der Kreis zum Ausgangspunkt des Fachkongresses: Auch Dirk von Gehlen sprach in seiner Keynote vom „Ende des Durchschnitts“ in der Kommunikation und forderte in diesem Zusammenhang einen anderen Umgang mit digitalen Medien und Technologien.

Das nächste Comparting findet am 17. und 18. November 2016 statt. Mehr Infos sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie Anfang 2016 auf dieser Website.

„Ich nehme ein positives Gefühl mit nach Hause; Mein Kompliment zu allem."

Comparting Teilnehmer

Programm

Wissen rund um das Output-Management aus der Theorie und Praxis.

Comparting 2015 Speaker

„Vorträge von Spezialisten. Für Spezialisten."

Comparting Teilnehmer

Comparting 2014 Kongresshalle Boeblingen
Comparting 2014 Kongresshalle Boeblingen
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Comparting 2014 Kongresshalle Boeblingen
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„Zeit für offene Gespräche, Wohlfühlfaktor maximal!"

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