Compart - Dokumenten und Output-Management

PCL - Printer Command Language

PCL -
Printer Command Language

PCL Drucker

PCL

Die Printer Command Language (PCL) ist eine Seitenbeschreibungssprache, die von Hewlett Packard als Druckerprotokoll entwickelt wurde und sich de facto zu einem Industriestandard für den Transaktionsdruck entwickelt hat.

PCL Druck

PCL unterstützt zwei grundsätzlich verschiedene Sprachen, nämlich die kommandobasierte PCL Sprache (PCL-Versionen 1 bis 5) und die vollständig neue, binäre Sprache PCL XL oder PCL 6 Enhanced (die in der PCL-Version 6 enthalten ist).

Kommandobasiertes PCL

Die kommandobasierte PCL-Sprache besteht aus Befehlen, die in den Druckdatenstrom eingebettet werden. Diese Befehle teilen dem Drucker ausgehend von einer Position auf der logischen Seite mit, wo das jeweils nächste Zeichen positioniert werden soll.

PCL 5 kennt vier verschiedene Arten von Druckkommandos:
  • Kontrollcodes

    Kontrollcodes sind Zeichen, die eine bestimmte Druckerfunktion auslösen. Dazu zählen z. B. Carriage Return (Zeilenumschaltung) (CR) und Line Feed (Zeilenvorschub) (LF).
  • PCL-Befehle

    PCL-Befehle dienen zur Druckersteuerung. Sie bestehen aus mindestens zwei Zeichen, wobei das erste Zeichen immer das ASCII-Escape-Zeichen ist, welches die Drucker als Kommandobeginn interpretieren.
  • HP-GL/2-Befehle

    HP-GL/2-Befehle sind Befehle, die der PCL-Sprache in der Version 5 zur Unterstützung von Vektorgrafiken hinzugefügt wurden. Sie bestehen aus reservierten, zweistelligen Abkürzungen und anschließenden Parameterangaben.

    HP-GL/2 ist eine Weiterentwicklung der Sprache HP-GL (Hewlett Packard Graphics Language). Eine wichtige Neuerung ist die Möglichkeit, Strichstärken (und andere Linienattribute) festzulegen sowie binär und somit platzsparend kodierte Befehle (z. B. PE = Polyline Encoding) zu erzeugen.

    Da HP-GL für Stiftplotter entwickelt wurde, gab es keine Befehle, um die Strichstärken zu definieren, denn diese waren durch die Stifte festgelegt. Der Anwender muss das Stiftkarussell entsprechend seinen Wünschen bestücken. Als die ersten Inkjetplotter aufkamen, musste der Anwender stattdessen am Plotter eine Stifttabelle eingeben. Mit HPGL/2 wurde dieser unkomfortable und fehlerträchtige Schritt überflüssig.
  • PJL (Printer Job Language)-Befehle

    Anders als HP-GL/2- und PCL-Befehle dienen PJL-Befehle nicht zur Steuerung der Druckausgabe auf Papier, sondern zur Steuerung von Druckaufträgen. So können mithilfe von PJL Druckerinformationen abgefragt und Druckereinstellungen verändert werden. PJL fügt Auftragslevelsteuerungen hinzu, wie Druckersprachenwechsel, Auftragsverteilung und -unterteilung, Statusnachrichten und Dateisystem-Kommandos.

    Während PJL als Erweiterung zu PCL gedacht war, wird es jetzt von den meisten PostScript-Druckern unterstützt. Viele Druckerhersteller haben PJL erweitert, um Befehle an ihre Produkte anzupassen. Nicht alle von HP erstellten und dokumentierten Befehle sind mit allen Druckern kompatibel. PJL bildet eine Ebene über den anderen Seitenbeschreibungssprachen. Die Syntax benutzt hauptsächlich englische Begriffe.

Farbräume

Die PCL-Sprache unterscheidet vier verschiedene Möglichkeiten für Farbangaben:
  • Monochrom

    Standardmodus, der Rückwärtskompatibilität mit älteren Versionen und Druckern garantiert.
  • Einfacher Farbmodus

    In diesem Modus wird eine der folgenden Farbpaletten verwendet:
    • Monochrome Farbpalette mit zwei Werten
    • RGB-Farbpalette bestehend aus den acht Farben Schwarz, Rot, Grün, Gelb, Blau, Magentarot, Cyanblau und Weiß
    • CMY-Farbpalette bestehend aus den acht Farben Weiß, Cyanblau, Magentarot, Blau, Gelb, Grün, Rot und Schwarz
  • PCL-Imagemodus

    In diesem Modus wird eine programmierbare Palette mithilfe von PCL Befehlen angegeben. Drei Farbräume können verwendet werden:
    • Geräteabhängiges RGB
    • Geräteabhängiges CMY
    • Standard-RGB (sRGB) auf der Basis eines standardisierten ICC-Profils
  • HP-GL/2-Imagemodus

    In diesem Modus wird eine programmierbare Palette mithilfe des HP-GL/2-Modus spezifiziert.

Fonts und Symbol-Zeichensätze

PCL definiert einen Font als eine Menge von Symbolen mit ähnlichen Eigenschaften. Zum Drucken müssen Fonts explizit mithilfe ihrer Eigenschaften angegeben werden. Um verwendet werden zu können, müssen die entsprechenden Fonts immer auf dem Drucker zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich gibt es in PCL 5 zwei Font-Formate:
  • Bitmap-Fonts

    Ein Bitmap-Font ist ein Font, der genau in einer, nämlich der definierten Größe, zur Verfügung steht.
  • Skalierbare Fonts

    Wie der Name andeutet, kann die Größenangabe skalierbarer Fonts variieren.


PCL geht davon aus, dass einige Fonts fest auf dem Drucker installiert sind. Andere Fonts können hinzugefügt werden. Relevant sind dabei vor allem die sogenannten Softfonts, die zum Drucker übertragen werden können.

Ein Font wird durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

  • Symbol-Zeichensatz (symbol set)
  • proportionaler Zeichenabstand (spacing)
  • Höhe (height)
  • Schreibdichte (pitch)
  • Schriftstil (style), z. B. kursiv
  • Schriftstärke (stroke weight), z. B. fett
  • Schriftschnitt (typeface)
  • Seitenorientierung (orientation)

PCL 6 Enhanced

Die Hauptunterschiede von PCL 6 Enhanced gegenüber früheren Versionen sind folgende:

  • PCL 6-Befehle sind binär kodiert, wobei das erste Byte eine Operator-Aktion ist, z. B. 0x41 für den Befehl BeginSession. Das nächste Byte ist ein Attribut.
  • PCL 6 besitzt ein vereinheitlichtes, geräteunabhängiges Koordinatensystem
  • Mit PCL 6 sind Papiergrößen frei wählbar
  • PCL 6 ist Unicode-fähig
  • PCL 6 erlaubt die Verarbeitung von Beschneidungspfaden
  • Mit PCL 6 sind Auflösungen frei wählbar
  • Die beste Font-Qualität für die Ausgabe erreicht PCL 6 bei 1200 dpi
  • Mit PCL 6 können JPEG-Grafiken komprimiert werden
  • PCL 6 verfügt über einen allgemeinen Kommentarbefehl