PCL

PCL

Printer Command Language

 

Die Printer Command Language (PCL) ist eine von HP entwickelte Befehlssprache zum Steuern von Laserdruckern und hat sich zusammen mit dem Format PostScript zum de-facto-Standard für Desktop-Drucker im Schwarz-Weiß-Bereich entwickelt. Im Gegensatz zu PostScript, das mit Outline-Fonts und mathematischen Bézier-Kurven arbeitet, orientiert sich PCL an Bitmaps. Darüber hinaus sind auch Befehle der Beschreibungssprache HP-GL für Vektorgrafiken und Schrifteffekte in PCL enthalten.

Ursprünglich ließen sich auch Tintenstrahldrucker mit PCL steuern. Spätestens mit der Version PCL 3 spielte das Format in diesem Druckbereich keine nennenswerte Rolle mehr.

PCL hat eine flexible Befehlsstruktur, die auf Steuerbefehlen und ASCII-Zeichen basiert. Sie ist sehr leistungsfähig, zeichnet sich durch eine hohe Druckqualität aus und kann gleichermaßen für Schriften und Grafiken verwendet werden. Zu den Funktionalitäten der verschiedenen PCL-Versionen gehören sowohl Schwarz-Weiß- und Farb-Druck, der Druck von Bitmap-Schriftzeichen, Rastergrafiken, die Skalierbarkeit der Fonts sowie der Ausdruck in verschiedenen Druckrichtungen. Die Kommandos werden in den Druckdatenstrom eingebettet. Sie teilen dem Drucker, ausgehend von einer Position auf der logischen Seite, mit, wo das jeweils nächste Zeichen positioniert werden soll.

 

PCL Versionen

Es gibt inzwischen sechs Versionen (Stufen), die im Zuge der veränderten Druckertechniken entstanden sind. PCL 1 bis 5e/c sind kommandobasierte Sprachen, deren Befehlssequen­zen in der Reihenfolge, in der sie im Drucker eintreffen, verarbeitet und interpretiert werden. Im Normalfall wird der Datenstrom von einem Druckertreiber generiert. Es ist aber auch mög­lich, PCL-Anweisungen von eigenen Applikationen erstellen zu lassen.

PCL 5 ist heute im Office-Bereich das am meisten verwendete Format und erschien 1990 mit dem HP LaserJet III. Die Vorgänger-Versionen sind quasi Geschichte.

PCL 5e (PCL 5 "erweitert" bzw. "enhanced" wurde im Oktober 1992 zusammen mit dem HP LaserJet 4 veröffentlicht. Es erweitert den Standard um bi-direktionale Kommunikation (PJL Befehle = PrinterJobLanguage) zwischen Drucker und PC (Anwendung) und die Unterstüt­zung von Windows-Schriften.

Außerdem interpretiert PCL5e die color Befehle bei SW Druckern, diese werden in Grauwerte umgesetzt.

PCL 5c ist die Erweiterung von PCL5e um Farb- und Palettenbefehle. Paletten stellen nach Fonts und Makros die dritte wiederverwendbare Ressource von PCL 5c dar.

Die PCL-Sprache unterscheidet vier verschiedene Möglichkeiten für Farbangaben:

  • Monochrom: Standardmodus, der Rückwärtskompatibilität mit älteren Versionen und Druckern garantiert.
  • Einfacher Farbmodus: In diesem Modus wird eine der folgenden Farbpaletten verwendet:
        1. Monochrome Farbpalette mit zwei Werten
        2. RGB-Farbpalette, bestehend aus den acht Farben Schwarz, Rot, Grün, Gelb, Blau, Magentarot, Cyanblau und Weiß
        3. CMY-Farbpalette, bestehend aus den acht Farben Weiß, Cyanblau, Magentarot, Blau, Gelb, Grün, Rot und Schwarz
  • PCL-Imagemodus: In diesem Modus wird eine programmierbare Palette mit Hilfe von PCL-Kommandos angegeben. Drei Farbräume können verwendet werden:
        1. Geräteabhängiges RGB
        2. Geräteabhängiges CMY
        3. Standard-RGB (sRGB) auf der Basis eines standardisierten ICC-Profils
  • HP-GL/2-Imagemodus: In diesem Modus wird eine programmierbare Palette mittels HP-GL/2-Modus spezifizier

 

 

PCL 6 wurde 1995 vorgestellt und besteht aus:

  • PCL XL, einer vollständig neuen Sprache, die syntaktisch in keinem Zusammenhang mit den bisherigen PCL-Versionen steht.
  • PCL 5c, um die Kompatibilität zu bisherigen Versionen zu gewährleisten.

Die Struktur von PCL XL entspricht einem binären XML-Dokument. Wie auch PCL 5c bildet PCL XL jene GDI-Objekte ab, die für die Druckausgabe nötig sind. In PCL XL fallen allerdings die ständigen Kontextwechsel zwischen PCL und HPGL weg, da eine Sprache für Text, Grafik und Rasterobjekte verwendet wird. In PCL XL wurde ein expliziter Graustufenfarbraum für Rasterdaten und Vordergrundfarben eingeführt, womit sich sauber unbuntes Grau mit farbi­gen Objekten kombinieren lässt. Mit Ausnahme von RGB trennt sich XL von allen weiteren Farbräumen innerhalb von PCL 5c. Die maximale Auflösung von übertragenen Rasterobjek­ten wurde auf 1.200 dpi erhöht.

 

Verbreitung und Besonderheiten

PCL-Drucker sind in der Regel Bürodrucker, also dort, wo täglich nicht mehr als 2.000 Seiten zu drucken sind, während das von IBM entwickelte Datenformat AFP vor allem für große Mengen an Dokumenten und hohe Druckgeschwindigkeiten von bis zu 3.000 Seiten pro Minute gedacht ist, unter anderem für die Massenproduktion von Rechnungen und Kontoauszügen.

PCL dagegen gibt im Office-Umfeld den Ton an, aber auch zahlreiche Druckdienstleister arbeiten mit PCL-fähigen Maschinen. Grund dafür ist die hohe Leistungsfähigkeit und Kompaktheit dieses Datenstroms. Auch ist die Druckqualität höher als bei AFP. Lediglich im Farbdruck wird PCL von PostScript übertroffen. Dieses Format wurde ja einst von Adobe und QMS vor allem für die Grafikbearbeitung entwickelt und unterstützt seit jeher den Color-Bereich sehr gut. PCL wiederum kommt eher aus der "technischen Ecke", wo es nicht auf eine hundertprozentige Farbgenauigkeit ankommt.

Ein Nachteil von PCL: Wenn die Maschine beispielsweise während eines Druckjobs einen Papierstau verursacht, gibt es keine Fehlermeldung. Außerdem lässt sich der Job nicht an der Stelle, wo der Stau eingetreten ist, fortsetzen, sondern muss komplett neu gestartet werden.

Fonts und Symbol-Zeichensätze

PCL definiert einen Font als eine Menge von Symbolen mit ähnlichen Eigenschaften. Zum Drucken müssen Fonts explizit mit Hilfe ihrer Eigenschaften angegeben werden. Um verwendet werden zu können, müssen die entsprechenden Fonts immer auf dem Drucker zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gibt es in PCL 5 zwei Font-Formate:

  • Bitmap-Fonts: Ein Bitmap-Font ist ein Font, der genau in einer definierten Größe zur Verfügung steht.
  • Skalierbare Fonts: Wie der Name andeutet, kann die Größenangabe skalierbarer Fonts variieren.

PCL geht davon aus, dass einige Fonts fest auf dem Drucker installiert sind. Andere Fonts können hinzugefügt werden. Relevant sind dabei vor allem die sogenannten Soft-Fonts, die zum Drucker übertragen werden.

Ein Font wird durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

  • Symbol-Zeichensatz (symbol set)
  • Sperrung (spacing)
  • Höhe (height)
  • Schreibdichte (pitch)
  • Stil (style)
  • Strichstärke (stroke weight)
  • Font-Schnitt (typeface)
  • Seitenorientierung (orientation)

 

Technologische Unterstützung


Compart bietet mit dem Filter MFFPCL ein Formatierungs-Tool, das sowohl eingangs- als auch ausgangsseitig PCL unterstützt. Compart verwendet zwei unterschiedliche MFF-Profile zur Konfiguration der Filter für diese Sprachen: MFFPCL und MFFPXL. Eine Besonderheit: Die Compart Filter sind auch in der Lage, PCL-Dokumente mit Barcode zu konvertieren, das heißt, es wird keine zusätzliche Software für die Barcode-Unterstützung auf PCL-Druckern benötigt.

 

Hintergrund

Die MFF-Filter (Mixed Format Filter) von Compart sind die Basis der MFF-Architektur der DocBridge-Produkte. Es gibt MFF-Filter, die Dateien in verschiedenen Formaten lesen (Eingabefilter), andere wiederum dienen dazu, Dateien im jeweiligen Ausgabeformat zu schreiben (Ausgabefilter). In vielen Fällen wird ein Format sowohl eingangs- als auch ausgangsseitig unterstützt.

Die Stärke der Compart MFF-Architektur besteht darin, schnell und effektiv Dokumente, die in unterschiedlichen Formaten vorliegen, in andere zu konvertieren oder auch zu einem Dokument in einem bestimmten Format zusammenfassen zu können. So lassen sich beispielsweise Dokumente in AFP, SAPGOF oder PCL nach PDF konvertieren und ebenso zu einem einzigen PDF-Dokument zusammenfassen.

Bei der Konvertierung eines Formats in ein anderes verwendet Compart ein gemeinsames Objektformat, die sogenannte Presentation Area (PA), das die visuellen Daten und Metadaten aller unterstützten Formate repräsentieren kann. Ein MFF-Eingabefilter konvertiert eine Eingabedatei in das PA-Format im Hauptspeicher und ein MFF-Ausgabefilter wiederum wandelt das im Hauptspeicher abgelegte PA-Format in eine Ausgabedatei.

PCL Konvertierungsrichtungen

Beispiele:
PCL nach AFP
PCL nach IPDS
PCL nach PDF
PCL nach PostScript
PCL nach XML

Alle PCL Konvertierungsrichtungen finden Sie in der Compart Matrix (PDF)

Compart Matrix

Eine vollständige Übersicht der unterstützten Eingangs- und Ausgangsformate finden Sie in der Compart Matrix. Unsere marktführende Formate-Kompetenz ermöglicht einen zuverlässigen formatunabhängigen und äußerst flexiblen Umgang mit Dokumenten und Daten.

Compart Matrix öffnen (PDF)

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