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PDF-Formate

PDF-Formate

PDF

Für besondere Verwendungszwecke kommen unterschiedliche PDF-Formate zum Einsatz. Dazu gehören die bekannten Formate wie PDF/A, PDF/A-1, PDF/A-2, PDF/A-3 (alle für die Langzeitarchivierung), PDF/E (spezielles PDF-Format für Ingenieurwesen / Engineering), PDF/UA (für barrierefreie PDF-Dokumente), PDF/VT (für variablen Datendruck) und PDF/X (für Druckereien durch ISO-Standards für Druckvorlagen / Offsetdruck).

PDF/A

PDF/A ist ein Format für die Langzeitarchivierung, das von der International Organization for Standardization (ISO) genormt wurde.

PDF/A-1

PDF/A-1 beschreibt die Verwendung von PDF-Dokumenten für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente basierend auf der PDF-Version 1.4. Die ISO-Norm ISO 19005-1:2005 legt fest, welche Anforderungen ein PDF-Dokument erfüllen muss, um ein normkonformes PDF/A-Dokument zu sein.

PDF/A-1 unterscheidet zwei unterschiedliche Konformitätsstufen:

  • PDF/A-1b

    PDF/A-1b für eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit
  • PDF/A-1a

    PDF/A-1a sowohl für eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit als auch für inhaltliche Strukturierung des Dokuments

Für beide Konformitätsstufen müssen mindestens folgende Hauptkriterien erfüllt sein:

  • Eingebettete Ressourcen

    Die verwendeten Ressourcen müssen eingebettet sein und nicht nur referenziert werden. Dazu zählen die verwendeten Fonts und ICC-Farbprofile.
  • Metadaten

    Metadaten müssen im XMP (Extensible Metadata Platform)-Format in der Datei enthalten sein.
  • Folgende PDF-Funktionalitäten dürfen nicht verwendet werden:

    • Verschlüsselung
    • LZW-Komprimierung
    • Eingebettete Dateien
    • Externe Referenzen
    • Transparenz
    • Multimedia
    • JavaScript

Zusätzlich zu den oben genannten Eigenschaften müssen PDF/A-1a-Dokumente folgende Eigenschaften erfüllen:

  • Die semantische Struktur des Dokuments muss angegeben sein (Tagged PDF)
  • Die Sprache des Dokuments muss spezifiziert sein sowie ggf. abweichende Sprachen einzelner Textpassagen
  • Zu allen nicht-textuellen Inhalten des Dokuments, z. B. Images, müssen Alternativbeschreibungen vorhanden sein
  • Sämtlicher Text muss nach Unicode abgebildet werden können

PDF/A-2

PDF/A-2 beschreibt die Verwendung von PDF-Dokumenten für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente basierend auf der PDF-Version 1.7. Die ISO-Norm ISO 19005-2:2011 legt fest, welche Anforderungen ein PDF-Dokument erfüllen muss, um ein normkonformes PDF/ A-2-Dokument zu sein. PDF/A-1-Dokumente behalten ihre Gültigkeit; PDF/A-1-konforme Dateien genügen auch den Anforderungen des entsprechenden PDF/A-2 Konformitätslevels.

PDF/A-2 unterscheidet drei unterschiedliche Konformitätsstufen:

  • PDF/A-2b

    Mindestanforderung an eine PDF/A-2 Datei
  • PDF/A-2a

    PDF/A-2a realisiert vollständig alle Anforderungen der ISO 19005-2
  • PDF/A-2u

    Über 2b hinaus ist der gesamte Text in Unicode abgebildet

Die Unterschiede zwischen den Konformitätsstufen sind dieselben wie bei PDF/A-1. Die wesentlichen Unterschiede gegenüber der Version PDF/A-1 bestehen in folgenden Punkten:
  • Basiert auf PDF 1.7 (ISO 32000-1)
  • Transparenzen sind erlaubt

Hierdurch kann bei entsprechenden Dokumenten die Größe des Ergebnisdokuments geringer sein als bei PDF/A-1.

PDF/A-3

PDF/A-3 beschreibt die Verwendung von PDF-Dokumenten für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente basierend auf der PDF-Version 1.7. Die ISO-Norm ISO 19005-3:2012 legt fest, welche Anforderungen ein PDF-Dokument erfüllen muss, um ein normkonformes PDF/ A-3-Dokument zu sein. PDF/A-1- und PDF/A-2-Dokumente behalten ihre Gültigkeit; PDF/A-1konforme Dateien genügen auch den Anforderungen des entsprechenden PDF/A-2 und PDF/A-3 Konformitätslevels.

PDF/A-3 unterscheidet sich von PDF/A-2 in folgendem wesentlichen Punkt: Einem gültigen PDF/ A-3-Dokument dürfen beliebige Dateianhänge hinzugefügt werden. Der Dateianhang muss also selbst nicht PDF/A-konform sein und wird bei der Validierung nicht berücksichtigt. Dadurch ist es z. B. möglich, ein PDF/A-3-Dokument um das jeweilige Ausgabedokument, z.B. ein XML-Dokument, zu ergänzen. Die angehängte Datei kann dem gesamten PDF/A-3-Dokument oder einem Teil zugeordnet werden, die Beziehung des angehängten Dokuments zu dem PDF/A-3-Dokument muss angegeben werden.

PDF/E

PDF/E ist ein spezielles PDF-Format für das Ingenieurwesen (Engineering), das u. a. die Fähigkeit zur interaktiven 3D-Darstellung bietet, um z. B. Konstruktiongszeichnungen auch am Computer interaktiv betrachen zu können. PDF/E wurde von der International Organization for Standardization (ISO) als ISO 24517 genormt.

Seit Mitte 2010 wird das entsprechende Plugin für Adobe Acrobat von der Firma Tetra4D hergestellt.

PDF/UA

PDF/UA ist eine Möglichkeit zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Barrierefreie PDF-Dokumente bieten nicht nur Vorteile für Menschen mit eingeschränkter Sehkraft, sondern schaffen auch die Voraussetzung, dass Texte Objekte korrekt umfließen und damit richtig auf kleinen Anzeigegeräten ausgeben können.

PDF/UA-Dokumente haben folgende Eigenschaften:

  • PDF/UA-Auszeichnung (Versionsangabe)
  • dc:title Eintrag in den Metadaten
  • Die semantische Struktur des Dokuments muss angegeben sein (Tagged PDF)
  • Die Sprache des Dokuments muss spezifiziert sein sowie ggf. abweichende Sprachen einzelner Textpassagen
  • Zu allen nicht-textuellen Inhalten des Dokuments, z.B. Images, müssen Alternativbeschreibungen vorhanden sein
  • Zu allen Abkürzungen müssen die Langformen angegeben sein
  • Gekennzeichnete Artefakte
  • Keine Verwendung visueller Hilfsmittel wie Blinken oder Flackern
  • Keine ausschließliche Verwendung von Kontrasten, Farbe oder Layout zur Informationsvermittlung
  • Eingebettete Fonts

PDF/VT

PDF/VT definiert die Verwendung von PDF als ein für den Variablen Datendruck (VDP - Variable Data Printing) sowie für den Transaktionsdruck optimiertes Austauschformat. Damit ist PDF/VT, das 2010 als ISO-Standard veröffentlicht wurde, das erste VDP-Format, das ein modernes ICC-basiertes Farbmanagement über die Verwendung von ICC-Output-Intents ermöglicht. Mittels des Document-Part-Metadata-Konzepts wird die Auswahl von variablen Daten, z. B. aus Datenbanken, basierend auf Metadaten ermöglicht.

 

PDF/X

Die unter dem Namen PDF/X veröffentlichten ISO-Standards beschreiben, welche Eigenschaften PDF-Dateien erfüllen müssen, um als Druckvorlage verwendet werden zu können. Durch Verwendung von PDF/X können Probleme beim Austausch von PDF-Dateien zwischen DTP-Programmen und der Druckerei verhindert oder reduziert werden.

Die Einhaltung der PDF/X-Anforderungen kann mittels des sogenannten Preflight überprüft werden. Der Medienstandard Druck, der einen Prozessstandard für den Offsetdruck definiert und festlegt, wie Druckdaten aussehen sollen, empfiehlt PDF/X als Format für Proofs.

PDF/X ist beschrieben in den ISO Standards 15929 und 15930:

 

  • ISO 15929

    (zurückgezogen März 2008 – kein offizieller Standard mehr) – Richtlinien und Grundsätze zur Entwicklung von PDF/X
  • ISO 15930

    Definiert die spezifischen Implementationen:

    • VISO 15930-1 – 2001 PDF/X-1a: beschränkt auf der Basis von PDF 1.3 Farbangaben auf CMYK und Sonderfarben
    • ISO 15930-2 PDF/X-2: nie veröffentlicht
    • ISO 15930-3 – 2002 PDF/X-3: erlaubt auf der Basis von PDF 1.3 CMYK, Highlighcolor, Calibriertes (managed) RGB, CIELAB, mit ICC Farbprofilen
    • ISO 15930-4 –2003 PDF/X-1a: Revision von PDF/X-1a:2001, basiert auf PDF 1.4
    • ISO 15930-5 PDF/X-2: Revision von PDF/X-3, erlaubt Verwendung von extern referenzierten Daten
    • ISO 15930-6 – 2003 PDF/X-3: Revision von PDF/X-3, basiert auf PDF 1.4
    • ISO 15930-7 – 2008 PDF/X-4: Farbmanagement, CMYK, Graustufen, RGB oder Highlightcolor, PDF Transparenz und optionaler Inhalt werden unterstützt.
      PDF/X-4p: ICC-Farbprofile werden extern mitgeliefert, basiert auf PDF 1.6
    • ISO 15930-7 – 2010 PDF/X-4p: einige Korrekturen und Verbesserungen
    • ISO 15930-8 – 2008 PDF/X-5: basiert auf PDF 1.6
    • ISO 15930-8 – 2010 PDF/X5g: Erweiterung von PDF/X-4, Nutzung externer Grafiken
      PDF/X-5pg: Erweiterung von PDF/X-4p, Nutzung externer Grafiken mit externen ICC Profilen
      PDF/X-5n: Erweiterung von PDF/X-4p, Nutzung externer ICC Profile unter Verwendung anderer Farbräume als Graustufen, RGB und CMYK