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AFP - Advanced Function Presentation

AFP - Advanced
Function Presentation

Advanced Function Presentation (AFP), einst von IBM entwickelt, ist noch immer der am häufigsten anzutreffende Druckdatenstrom – vor allem bei der industriellen Verarbeitung von großen Dokumentenmengen wie Rechnungen, Kontoauszügen etc. Heute ist das Format herstellerunabhängig. AFP erlaubt hohe Druckgeschwindigkeiten und zeichnet sich durch eine exzellente Trennung von Nutz- und wiederkehrenden Daten (Formulare) aus. Seine Weiterentwicklung und Pflege liegt heute in den Händen des AFP-Consortiums.

AFP Druck

Die AFP-Architektur unterscheidet zwei Datenströme:

  • MO:DCA (Mixed Object:Document Content Architecture) oder AFPDS (AFP Datenstrom)

    MO:DCA definiert den Datenstrom, den Anwendungen generieren, um Dokumente zu beschreiben. Der AFP-Datenstrom (AFPDS) ist geräteunabhängig und beschreibt vollständige Seiten eines Dokuments, ist also eine Seitenbeschreibungssprache.

    Eine MO:DCA- oder AFPDS-Datei besteht aus einer Hierarchie unabhängiger Objekte, die durch vorgegebene Beginn- und Ende-Strukturen voneinander getrennt werden. Unterschieden werden zum einen Datenobjekte, die in unterschiedlichen Architekturen definiert sind, und zum anderen gemeinsam verwendete Ressourcen wie Fonts und ICCProfile.
  • IPDS (Intelligent Printer Data Stream)

    IPDS definiert den Datenstrom, der von Druckserver-Programmen und Treibern verwendet wird, um APA-Drucker (All Points Addressable) zu bedienen.

    Um Dokumente in AFPDS zu drucken, werden diese geräteabhängig zunächst von einem Treiberprogramm (z.B. dem InfoPrint Manager) nach IPDS (Intelligent Printer Data Stream) umgewandelt. IPDS ist ein bidirektionales Kommunikationsprotokoll zwischen Computersystemen und Druckern.

MO:DCA-Konzepte

Der MO:DCA-Datenstrom enthält in hierarchischer Ordnung die folgenden Elemente:
 

  • Das Dokument steht an der Spitze der Hierarchie. Dokumente enthalten Seiten. Bei einem Dokument handelt es sich in der Regel um ein vollständiges Präsentationsdokument (MO:DCA-P- bzw. MO:DCA-Presentation-Dokument) mit Objekten und dazugehörigen Strukturinformationen.
  • Jede Seite besteht aus verschiedenen Objekten. Die einzelnen Seiten eines Dokuments sind voneinander unabhängig und enthalten ihre eigenen Umgebungsparameter. Auf einer Stufe mit den Seiten stehen Overlays, die ebenfalls ihre eigenen Umgebungsparameter enthalten.
  • Page Segments stellen eine Zwischenebene zwischen Seiten und Objekten dar. Ein Page Segment enthält Objekte, kann aber anders als eine Seite nicht alleine stehen und keine eigenen Umgebungsparameter haben. Vielmehr erben Page Segments Umgebungsparameter von den übergeordneten Objekten, die diese Page Segments beinhalten. Page Segments werden von Seiten und Overlays verwendet.
  • Objekte sind die niedrigste Ebene der Hierarchie. Unterschieden werden Daten- und Ressourcen-Objekte. Zu den Daten-Objekten zählen Barcodes, Images und Text. Ressourcen-Objekte sind z. B. Fonts.

Auf jeder Ebene der Hierarchie werden alle Elemente mittels sog. Structured Fields beschrieben. Sie bilden den AFP-Datenstrom.

Zur gemeinsamen Verarbeitung können Seiten zu Gruppen, Page Groups, zusammengefasst werden.

Darüber hinaus gibt es Elemente, die zum Dokument gehören und bestimmte Arten der Dokumentverarbeitung erleichtern, ohne Layout-Informationen zu enthalten. Dazu zählen Tag Logical Elements (TLE, Index-Informationen) und Link Logical Elements (LLE, Links).

AFP-Objekte

Folgende OCAs (Object Content Architectures) werden unterschieden:

  • Presentation Text Object Content Architecture (PTOCA): beschreibt Textobjekte und enthält Spezifikationen für Fonts, Text und Farbe.
  • Image Object Content Architecture (IOCA): beschreibt Image-Objekte und enthält Spezifikationen für Image-Format, Datenkompression, Farbe und Graustufen-Skalierung.
  • Graphics Object Content Architecture (GOCA): beschreibt Vektorgrafik-Image-Objekte und enthält Spezifikationen für Linien, Bögen und Bereiche.
  • Bar Code Object Content Architecture (BCOCA): beschreibt Barcode-Objekte und enthält Spezifikationen für die verschiedenen Barcode-Typen und ihre Kodierung.
  • Font Object Content Architecture (FOCA): beschreibt Struktur und Inhalt von Fonts, die durch die Presentation Data Objects referenziert werden.
  • Color Management Object Content Architecture (CMOCA): beschreibt Farbmanagement-Informationen, die durch die Presentation Data Objects referenziert werden, wie z. B. ICC-Profile, Farbton-Transferkurven und Halbtöne.

 

AFP-Ressourcen

Als AFP-Ressourcen werden Informationen bezeichnet, die von verschiedenen Seiten verwendet werden können. Sie können innerhalb der AFP-Dateien als Inline-Ressourcen oder außerhalb der AFP-Dateien verwaltet und referenziert werden.

Folgende AFP-Ressourcen werden unterschieden:

  • Fonts


    • AFP-Fonts: AFP-Fonts bzw. Font Object Content Architecture (FOCA)-Fonts sind die Fonts, die standardmäßig für die IPDS-Ausgabe verwendet werden. Sie bestehen aus einer Codepage und einem Zeichensatz (Coded Font). Ist ein vorgegebener Font nicht vorhanden, kann er durch einen anderen AFP-Font ersetzt werden.

    • TrueType- und OpenType-Fonts: TrueType- und OpenType-Fonts können mit AFP verwendet werden, wenn sie Unicode unterstützen. AFPDS akzeptiert UTF-8 und UTF-16. Sie können nur gedruckt werden, wenn der Druckertreiber und der Drucker den Font unterstützen
  • Objekt-Container

    Objekt-Container enthalten Objekte, die nicht in einer der ObjektArchitekturen definiert sind, also nicht zu AFP gehören. Dazu zählen beispielsweise GIF- und TIFF-Images oder auch PDF-Seiten. Ein Objekt-Container ist wie ein Briefumschlag, in dem sich ein Objekt befindet.
  • Overlays

    Overlays enthalten Daten-Objekte wie Textabschnitte oder Logos, die häufig unverändert vorkommen, also fixe Elemente, sowie deren Umgebungsparameter. Diese Daten können bei der Erstellung des Druck-Spools mit variablen Daten kombiniert werden.
  • Page Definitions

    Page Definitions enthalten die Definition der logischen Seite mit unter anderem folgenden Informationen:
    • Seitengröße
    • Druckrichtung
    • Anzahl der Zeilen pro Zoll
    • Listen der eventuell verwendeten Page Segments und Overlays
    • Font-Listen
  • Page Segments

    Page Segments enthalten wiederkehrenden Text oder Images ohne Umgebungsparameter, die von Overlays oder Seiten unterschiedlich verwendet werden. Ein typisches Beispiel wäre ein Firmenlogo, das auf verschiedenen Seiten an unterschiedlichen Positionen aufgebracht werden soll.
  • Objekte zur Druckersteuerung

    • Form Definitions (auch als Formdef und Form Map bezeichnet): Mithilfe von Form Definitions werden die physikalischen Eigenschaften des „Formulars“ (bzw. des Blatts) beschrieben, das bedruckt werden soll. Zu diesen Eigenschaften zählen zum Beispiel die Positionierung der Seite, Simplex-/Duplex-Informationen, Druckqualität und Anzahl der Kopien.
    • Medium Maps (manchmal auch als Copygroups bezeichnet) sind Parameter, die die Darstellung der Seiten auf einem physikalischen Medium betreffen.

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