Verarbeitung von Druckdatenströmen

printcom Druck+Kommunikation GmbH

Vom Kassenblock und Endlosformular zu einem der führenden Druckdienstleister Österreichs.

Die printcom Druck+Kommunikation GmbH in Wien, nicht zu verwechseln mit der Deutschen Post Printcom, mit der sie in keiner Weise firmenrechtlich verflochten ist, hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung vollzogen: Gegründet 1910 unter dem Namen Paragon startete das Unternehmen als Druckerei für die ersten österreichischen Kassenblocks. 1978 wurde die Firma in Moore GesmbH umbenannt. Durch eine Fusion mit den Firmen Carl Ueberreuter und Berger entstand 1996 ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitern. 1998 wurde die J.C. König & Ebhardt AG übernommen, 1999 der Endlosbereich der Österreichischen Staatsdruckerei (OeSD). Durch die Fusion mit der VSD (Versand Service Druck – vormals Staatsdruckerei Formulardruck) entstand die heutige printcom GmbH. Inzwischen versteht sich die printcom als Full-Service-Anbieter im Mailing- und Geschäftskommunikations-Bereich (Rechnungsdruck, Mahnungen, Kontoauszüge usw.) und bietet "alles, was im Entferntesten mit Druck zu tun hat". Das hat wiederum in den letzten Jahren erhebliche Anforderungen an die zu verarbeitenden Druckdatenströme mit sich gebracht.

Mittlerweile kann die printcom auf einen Kundenstamm von ca. 10.000 Kunden blicken. Der weitaus größere Teil davon – was sich auch in einem entsprechend größeren Anteil des Umsatzes darstellt – sind inzwischen Kunden, die nicht zur öffentlichen Verwaltung gehören. Ebenso ist das Geschäft mit Kunden außerhalb Österreichs erheblich gewachsen: Von den 21 Mio. € Umsatz (2004) wurden 17% in Deutschland, Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn erzielt.

Das Angebot der printcom ist breit gefächert: Von der Verwaltung des Druck-Outputs eines Kunden über das gesamte Warehousing, das Produzieren von Formularen und Faltmailern (kuvertlosen Briefen) sowie Flaschenkapseln und Metallverschlüssen, das Drucken von Eintrittskarten, Systemtickets, Fahrscheinen, Haftnotizblöcken, Etiketten, Kassablocks, Kalendern und riesenformatigen Bannern über Printing on demand im Highend- Print mit variablen Daten und individualisierten Mailings bis zur Bestellung von Drucksorten wie Broschüren und Katalogen über das Internet reicht das Portfolio des Wiener Full-Service-Anbieters. Darüber hinaus ist printcom auch Spezialist für alle Druckprodukte rund um Wahlen – sowohl nationaler als auch internationaler Art.

Output-Management-Infrastruktur sucht geeigneten Lieferanten…

Ende 2002 war es im Highend-Print soweit: Kaum war in eine erweiterte Infrastruktur von Druckern, wie z.B. in eine neue Kodak (Scitex) Versamark mit einem Druckoutput von 120.000 mehrfarbigen personalisierten Seiten/Stunde investiert, standen auch schon große Kundenaufträge vor der Tür – und damit eine Reihe von neuen noch ungelösten Aufgaben: Insbesondere die von den Kunden gelieferten unterschiedlichen Druckdatenströme signalisierten den Wienern dringenden Bedarf nach einem neuen Output-Management- System: Teilweise mussten vorformatierte Dokumente mit Rohdaten angereichert und anschließend formatiert werden, bevor sie für den Druck aufbereitet und mit zusätzlichen Informationen wie OMR-Markierungen für die Steuerung der Kuvertierstraße ergänzt werden konnten. Für die Portooptimierung waren die Briefe vor dem Drucken durch Umsortieren in die richtige Reihenfolge zu bringen. Weiterhin war zu klären, wie der so erzeugte Output auf die vorhandenen verschiedenartigen Druckstraßen zu bringen war und alle für die Produktion und die Postaufgabe notwendigen Informationen generiert und weitergegeben werden. Für Makulaturfälle, die z.B. durch zerrissene Ausdrucke oder Kuverts entstehen und durch eine automatische Sendungsverfolgung registriert werden, musste die Nachproduktion organisiert und gesteuert werden, da printcom eine 100-prozentige Produktion und Postauslieferung der Geschäftskommunikations-Aufträge garantiert.

Kurzum: Es musste nach einer passenden Lösung gesucht werden. Zunächst wurde im Internet recherchiert und nach Konvertierungsanbietern gesucht. Dort stieß Diplom- Ingenieur Gernot Winter, Production IT Manager, zuständig für Applikationsentwicklung, Workflow und IT-Infrastruktur im Produktionsbereich, auf die Homepage von Compart: Als Spezialist für das Konvertieren von Datenströmen bot sie auf ihrer Homepage eine breite Palette von Eingangs- und Ausgangsformaten an, die auf unterschiedlichen Plattformen ineinander konvertierbar sind.

…und wird in Böblingen fündig

Winter und sein Kollege Christian Hegedüs zögerten nicht lange, nahmen mit Compart Kontakt auf und vereinbarten kurzfristig einen Besuch in Böblingen, um die Brauchbarkeit dieser Lösung zu evaluieren. "Was ich suchte und dort auf Anhieb fand, war eine möglichst flexible und vielseitige Lösung," erzählt Winter, "in einem Druckrechenzentrum mit unseren Aufgabenstellungen war mir klar, dass wir einen Anbieter brauchten, der bei den sich ständig ändernden Anforderungen unserer Kunden ebenso schnell in der Lage sein musste nachzuziehen. Die ersten Gespräche und Tests bestätigten mir, dass ich bei den Böblingern von kurzen Reaktionszeiten, schneller Umsetzung kundenseitiger Anregungen sowie der Bereitschaft zu Neuentwicklungen ausgehen und dabei auf umfangreiches Know-how setzen konnte."

Die Verarbeitung "fertiger" Druckdatenströme

Die printcom war bei den Druckdatenströmen nicht nur mit den verschiedensten Formaten wie AFP, PDF, PCL, PostScript, Xerox Metacode, IPDS und IJPDS oder Rasterformaten wie TIFF und JPEG konfrontiert. Diese Datenströme werden meist mit einem Druckertreiber für solche Art von Maschinen erstellt, die nicht für den tatsächlichen Produktionsdruck verwendet werden. So mag z.B. ein PCL-Datenstrom für einen HP-Tischdrucker generiert worden sein, der auf die große Rolle gedruckt werden muss und daher diese mit IPDS oder IJPDS ansteuern muss. Dafür müssen die angelieferten Datenströme in diese Formate umgewandelt werden können.

Außerdem wurde ein Werkzeug gebraucht, das in der Lage war, diese Datenströme zu ändern, z. B. durch Hinzufügen von Barcodes oder OMR-Markierungen für die Kuvertiermaschinen. Weiterhin sollte es in der Lage sein, Bestände innerhalb eines Datenstroms zu trennen und z.B. nach Postleitzahlen zu sortieren. Gernot Winter stellte fest, dass alle diese Funktionen in Comparts DocBridge Mill vereint sind und mit sehr hohem Durchsatz ablaufen – für ihn daher das Produkt seiner Wahl.

Hinzu kam, dass er damit auch seine Aufgaben in der Nachproduktion erledigen konnten: Die Nachproduktion inklusive Kuvertierung findet nicht immer auf denselben Maschinen statt wie die ursprüngliche Produktion. Daher wird in diesem Fall ein anderer Eingangsdatenstrom benötigt als der für die Hauptproduktion verwendete. Das Produkt sollte daher die Daten schnell aufbereiten und Checklisten und Auswertungen generieren können.

Neues Geschäftsfeld Formatierung

Das unpassende Format oder die noch fehlenden Erweiterungen im Druckdatenstrom war aber nicht die einzige zu bewältigende Aufgabenstellung: Neben den bereits genannten Aufgaben werden die Wiener von ihren Kunden mittlerweile nicht nur mit fertigen Druckdatenströmen wie den oben genannten konfrontiert, sondern stattdessen auch schon mal mit den nackten Daten ihrer Anwendungen. Wenn der Dienstleister bereits den gesamten Prozess der Aufbereitung des Drucks bis hin zur sortierten Postauslieferungsbox für ihn abwickelt, so spricht aus Sicht des Kunden eben dann auch einiges dafür, an ihn auch den eigentlichen Dokumentenerstellungsprozess zu übergeben. Denn der erfordert spezielles Know-how, geeignete Software-Werkzeuge und die Abstimmung auf die jeweils zum Einsatz kommende Druckstraße.

Je nach seiner Vorliebe und seiner Infrastruktur liefert der Kunde seine Daten in diesem Fall entweder mit oder ohne Formatierungsangaben:

  • Werden die Rohdaten ohne Formatierungsangaben übergeben, gibt der Kunde das Layout des zu druckenden Serienbriefs in der Regel bebildert oder beschrieben vor, überlässt es aber dem druckenden Betrieb, dieses softwaretechnisch umzusetzen. Die Rohdaten werden meistens als csv- (csv = comma separated values) oder Text-Dateien angeliefert, in letzter Zeit aber zunehmend auch in XML-Form.
  • Daten mit Formatierungsangaben werden vorwiegend W3C-konform als HTML- oder XSL-FO-Dateien zum Druckdienstleister befördert, hin und wieder allerdings auch in Form von Datenbank-Reports zusammen mit den Daten – manchmal sogar als Word-Serienbrief.

In beiden Fällen hat der Kunde gegenüber den fertigen Datenströmen die Formatierung in seiner Hand und tut sich leichter mit Änderungen. Der Druckdienstleister wiederum kann den Output leichter seinen technischen Gegebenheiten anpassen und ihn je nach Lage in diesem oder jenem Format auf die gewünschte Maschine bringen. In jedem Fall müssen sowohl auf Kunden- wie auch der Dienstleisterseite entsprechende Qualifikationen aufgebaut werden. Außerdem ist deutlich mehr Rechnerleistung für die Formatierung notwendig.

Die printcom entschied sich, nachdem sie erkannte, dass Produkte wie der Apache FOP nur für kleinere Dokumentenmengen geeignet sind, für das Compart Produkt DOPE/compose, da es nicht nur produktionsgerecht große Mengen in vergleichsweise hohen Geschwindigkeiten aufformatieren, sondern auch unterschiedliche Datenströme wie AFP, PDF, PCL, IJPDS oder PostScript generieren kann.